Gestik und Multimodalität II

…und es geht in die zweite Runde! In meinem letzten Beitrag habe ich die redebegleitenden Gesten des/der Dirigierenden beschrieben, die er/sie benutzt, um den MusikerInnen seine/ihre Interpretation des Stücks zu verstehen zu geben. Auffallend waren dabei vor allem ikonische Gesten, d.h. Gesten, die bildhaft Inhalte wiedergeben. Als solche können z.B. das Nachahmen eines Streich- oder„Gestik und Multimodalität II“ weiterlesen

Gestik und Multimodalität

…nach einer etwas längeren Pause, gibt es wieder einen neuen Blogbeitrag. Der Fokus dieses Beitrags liegt auf den multimodalen Ressourcen (z.B. Gesten, Mimik, Blicke, Körper- und Kopfbewegungen, usw.), die der/die Dirigierende zur Verfügung hat, um den Musizierenden in der Orchesterprobe die von ihm/ihr gewünschte Interpretation des Stücks zu vermitteln. Dabei fällt auf, dass vor allem„Gestik und Multimodalität“ weiterlesen

Der Ton macht die Musik – Höflichkeit in der Orchesterprobe

„C’est possible le bass un peu plus, et pour les trombones moins?“ – solche und ähnliche Äußerungen stellen die Absicht des/der Dirigent/in dar, gegenüber den Orchestermusiker/innen in der Probe höflich zu sein und dabei sowohl sein eigenes als auch das face der Musiker/innen zu wahren. Das face oder das „Gesicht“ hat immer zwei Aspekte: das„Der Ton macht die Musik – Höflichkeit in der Orchesterprobe“ weiterlesen

Institutional Interaction

In meinem vorletzten Beitrag habe ich den für eine Orchesterprobe typischen Ablauf thematisiert und dabei auch die stark monologische Ausrichtung sowie die Orientierung an einem kollektiven Ziel, nämlich die Aufführung eines Werkes vor Publikum, dargelegt. Ausgehend von diesen Merkmalen kann die Interaktion in der Probe als institutionell aufgefasst werden: Führung, Autorität, ritualisierte Handlungsmuster, Interaktionsmodelle, Fachsprachlichkeit, Sprachökonomie„Institutional Interaction“ weiterlesen

Exkurs: Kommunikationsschwierigkeiten

Liebe Leserinnen und Leser, dieser Blogbeitrag ensteht heute spontan und aus aktuellem Anlass, ich möchte gerne dem Bedürfnis nachgehen, meine Gedanken nieder zu schreiben und zu teilen. Es handelt sich um einen kleinen Exkurs zu Verständnisproblemen zwischen Dirigent/in und Musiker/innen während der Probe, bzw. die Herausforderung, der sich der/die Dirigent/in immer wieder stellen muss, wenn er/sie den„Exkurs: Kommunikationsschwierigkeiten“ weiterlesen

„Le pizzicato est avant […] mais ça doit être ensemble […].“

Hier das Geplapper und Geflüster unter Musiker/innen, die bereits im Probe- oder Konzertsaal sind, dort das Auspacken der Instrumente und der Noten für die anstehende Probe, zwischendurch ein Trommelwirbel, und hie und da die Töne und Klänge von verschiedenen Instrumenten. Auf diese Weise stimmen sich Orchestermusiker/innen für eine Probe ein, sie begrüßen sich untereinander, stellen„„Le pizzicato est avant […] mais ça doit être ensemble […].““ weiterlesen

Klappe – und Action!

Das Corpus für meine Dissertation besteht aus rund 55 Stunden an Datenmaterial, das ich im Februar 2016 in den Proben des Orchestre de Paris, im Mai 2016 in den Proben des Orchestre de l’Opéra de Rouen und im Juli 2016 in den Proben des Haydn Orchesters Bozen gesammelt habe. Bei den Aufnahmen kamen jeweils zwei„Klappe – und Action!“ weiterlesen

Die Muse und das Steckenpferd

…die Muse für das Thema meiner Dissertation war eine Orchesterprobe selbst. Ich besuche nun seit 2 Jahren das Konservatorium Claudio Monteverdi in Bozen im Fach Klarinette und spiele dort auch im konservatoriumsinternen Orchester mit. In einer meiner ersten Proben fiel mir auf, dass der aus Argentinien stammende Dirigent seine verbalen Anweisungen nicht nur auf Italienisch,„Die Muse und das Steckenpferd“ weiterlesen