1 Woche, 2 Tagungen, 1600 km, 20 Stunden Zugfahrt – and a lot of impressions!

Ja, genau so wie es im Titel geschrieben steht, hat es sich auch angefühlt. Puh! Aber es hat sich gelohnt, denn ich bin nun mit neuen Ideen und Eindrücken wieder zurück an meinem Schreibtisch an der Uni Salzburg.

Fangen wir von vorne an… Ich bin am Montag, 18. März von Pfalzen nach Innsbruck losgestartet und habe mich dort im Haus Marillac einquartiert. Das Haus liegt ein bisschen außerhalb des Innenstadttrubels an der Mühlauer Brücke und bietet Zimmer mit Frühstück für einen akzeptablen Preis. Am Nachmittag ging es dann auch schon mit dem Forum Junge Romanistik los. Ich habe mir die Vorträge zu Phraseologie und Sprachbewusstsein angehört und mich dann auch noch von der spanischen Varietätenlinguistik berieseln lassen. Ich finde es immer wieder erstaunlich, welche Themen erforscht werden (können) und welche Methoden dafür angewandt werden. Das tut auch für die eigene Forschung gut, wenn man den Horizont erweitern kann und über den eigenen Tellerrand ein wenig hinausschaut.54728875_645087269247256_3253369011538231296_n

Am Abend ging es dann weiter mit einem Get Together im Stiftskeller in der Innsbrucker Altstadt. Ich habe dort nicht nur gut gegessen und ein kühles Bier getrunken, sondern auch neue Kontakte geknüpft, unter anderem zu Forschern/innen, die in ähnlichen Feldern wie ich forschen, wie beispielsweise in der Chorprobe.01e308ba-e0ed-4037-9d1d-e963ead7d656

Und am nächsten Morgen war ich auch schon an der Reihe mit meinem Vortrag zur Mehrsprachigkeit in Orchesterproben. Ich habe zuerst in das Setting Orchesterprobe eingeleitet und erklärt, wie es sich mit den unterschiedlichen sprachlichen Repertoires der Dirigierenden und Musizierenden verhält, die dort aufeinander treffen. Im Anschluss daran habe ich Videoausschnitte präsentiert und diese dann einer Analyse mit Fokus auf Mehrsprachigkeit unterzogen. Als Fazit kam dabei heraus, dass sehr viel zwischen verschiedenen Sprachen und Codes (wie Gestik, Gesang und Körperbewegungen) gewechselt wird und dass sowohl Gesten als auch das Singen der Dirigierenden als eigene Codes in der Polyphonie der Sprachmischung bezeichnet werden können.54516252_645695442519772_8264678621344432128_n

Ich denke und hoffe, dass meine Präsentation gut angekommen ist. Ich habe im Anschluss durchwegs positive Rückmeldungen erhalten und noch weitere interessierte Nachfragen zu meinem Thema. Und am meisten gefreut hat mich, dass sich zwei meiner ehemaligen Professoren/innen an der Uni Innsbruck meinen Vortrag angehört haben! 🙂

Auch am zweiten Abend war ein gemütliches Beisammensein geplant, dieses Mal in der Claudiana in der Altstadt mit Tapas und Unterhaltung mit dem Kabarettisten Markus Koschuh. Er hat in seinem einstündigen Programm ein ganz neues Licht auf die Uni, Forschung und Wissenschaft geworfen, mit dem ein oder anderen Schmäh – Lachen garantiert!

Am Mittwoch hieß es dann bereits Abschied nehmen von Innsbruck und Weiterfahren nach Bielefeld im Nordwesten Deutschlands. Nach acht Stunden Zugfahrt kam ich am Abend im Comfort Garni Hotel in Bielefeld an und fiel nur noch todmüde ins Bett. Den Donnerstag Vormittag nutzte ich noch für die letzten Überarbeitungen an meiner Präsentation und machte mich dann mit der Stadtbahn auf den Weg zu Bielefelds Fachhochschule.

IMG_2391Ich kam gerade rechtzeitig zum Mittagessen (es gab eine unfassbar gute Tomatensuppe!! 🙂 ) und hörte mir vor meiner Präsentation noch einen Keynote-Vortrag an, der mich aber nicht wirklich vom Hocker haute, da der Professor eine ganze geschlagene Stunde nur von seinem Skript abgelesen hat. 😦 Und dann kam ich dran und habe zum ersten Mal auf Englisch meine Daten präsentiert. Da bei der ICMME Tagung die Mehrsprachigkeit im Mittelpunkt stand, habe ich dieselben Videobeispiele wie in Innsbruck verwendet und nur einige Kleinigkeiten abgeändert. Schade war, dass mein Vortrag nicht sonderlich gut besucht war, da ich noch ein eher unbeschriebenes Blatt in der Mehrsprachigkeitsforschung bin und die Tagungsteilnehmer/innen wohl an solchen Vorträgen teilgenommen haben, die von bereits bekannten Forschern/innen im Feld der Mehrsprachigkeit gehalten wurden.

Am Abend hätte es noch ein Conference Dinner gegeben, an dem ich aber nicht mehr teilnahm, da ich einfach zu müde war. Zwei Vorträge in einer Woche und viele Stunden Zugfahrt haben an meinen Energiereserven gezehrt und ich habe es vorgezogen, mich in meinem Hotelzimmer bei einer amüsanten, von Zickenkrieg durchzogenen Folge Germany’s Next Topmodel auszuruhen.

Und am Freitag bin ich dann auch schon wieder nach Hause gefahren. Wenn die Deutsche Bahn keine Faxen gemacht hätte, dann hätte ich es wohl in 7 anstatt 10 Stunden geschafft, aber „aufgrund einer technischen Störung“ war mir eine kurzatmigere Zugfahrt leider nicht vergönnt.

Alles in allem war es die Reise wert, und zwar nicht nur, weil ich meine Daten und mein Thema einem neuen Publikum präsentieren durfte, sondern auch, weil ich neue Bekanntschaften gemacht habe und mich mit Forschern/innen ausgetauscht habe, die ähnliche Interessen wie ich verfolgen und mit denen ich auch in Zukunft eine Zusammenarbeit anstrebe. Also: stay tuned! 😉

mm

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