„Nous continuons avec…“

…ja, es geht weiter…und zwar das Arbeiten an meiner Dissertation, das Verfassen von Artikeln, das Planen von Datensitzungen, sowie das Vorbereiten von Präsentationen für Tagungen. Ich möchte in diesem Blogbeitrag einen kurzen Überblick darüber geben, was zurzeit an Arbeit ansteht, welche Projekte am Laufen sind und wie es in den kommenden Monaten weitergehen wird…

Zunächst das Aktuellste: nämlich bin ich gerade auf dem Weg zu einer Datensitzung in Innsbruck, die gemeinsam mit zwei Kolleginnen, die ebenfalls konversationsanalytisch mit Videodaten arbeiten, stattfinden wird. Außerdem werden noch zwei Studentinnen anwesend sein, die im Zuge ihrer Diplomarbeit einen Teil an Daten einer Kollegin untersuchen. Es wird um Spiele im Französischunterricht an österreichischen Gymnasien gehen, um chinesisch-deutsche Sprachtandems und – natürlich – um Orchesterproben.

Ich habe mir als Thema Instruktionen und Korrekturen ausgesucht und möchte mir gerne in der Datensitzung ansehen bzw. mit den anderen diskutieren, ob und wie sich Instruktionen und Korrekturen, die der/die Dirigierende nach einer Unterbrechung der Musik gibt, von solchen unterscheiden, die er/sie simultan zur Musik gibt. Das Beispiel, das ich hierfür ausgewählt habe, stammt aus einer Probe des Orchestre de Rouen mit dem Dirigenten Antony Hermus. Dieses Beispiel soll u.a. auch veranschaulichen, welche große Rolle multimodale Ressourcen im Geben von Anweisungen spielen und wie sie die Musik beeinflussen. Um die Musik besser nachverfolgen zu können, werden wir in der Datensitzung auch die Partitur vor uns liegen haben. Ich bin gespannt, ob meine Kolleginnen und die Studentinnen Unterschiede im Spielen der Musiker/innen – vor und nach den Anweisungen des Dirigenten – erkennen können. Soweit ich weiß, wird unter den Anwesenden niemand mit dabei sein, die – so wie ich – ein Musikkonservatorium besuchen. Darum wird es umso spannender sein zu sehen, ob sie dasselbe in der Musik hören wie ich, oder ob unsere Meinungen eher auseinander gehen… Ich werde auf jeden Fall in einem kommenden Beitrag hier auf meinem Blog darüber berichten… 🙂

Dasselbe Videobeispiel, das heute unter die Lupe genommen wird, werde ich auch im März auf der 21. AGF (=Arbeitstagung zur Gesprächsforschung) am IDS in Mannheim präsentieren. Die Tagung steht unter dem Motto „Vergleichende Gesprächsforschung“, deshalb werde ich gemeinsam mit einer Kollegin aus Halle, die die Interaktion in Theaterproben erforscht, einen Vortrag halten. In unserem Vortrag werden wir Vergleiche zwischen Orchester- und Theaterproben anstellen und uns dabei vor allem auf das Thema der Instruktionen konzentrieren. Die Ergebnisse aus der heutigen Datensitzung möchte ich mit in meine Präsentation einfließen lassen und zur Diskussion stellen. Es wird bereits das zweite Mal innerhalb kurzer Zeit sein (siehe auch meinen Beitrag Instruktionsketten, Baustellen und Quadrate in Mannheim), dass ich in Mannheim bin; umso mehr freue ich mich auf die Stadt und die bereits bekannten Gesichter. Auch über Mannheim und die anstehende Tagung werde ich noch ausführlicher berichten…

Nicht zuletzt laufen auch das eigentliche Schreiben an meiner Diss sowie das Ausarbeiten von Artikeln weiter. Ich sitze zurzeit an einem Artikel zum multimodalen Erzählen in der Orchesterprobe und analysiere zwei Beispiele, in denen inmitten von Anweisungen der Dirigierenden narrative Sequenzen vorkommen. Es ist sehr spannend zu beobachten, wie es zu diesen kurzen narrativen Einheiten kommt und welche (interaktive) Rolle auch die Musiker/innen als Rezipient/innen der Geschichten spielen. Ich hoffe, dass der Artikel das OK für eine Publikation erhält und ich dadurch einen Beitrag zur Erforschung von multimodalen Erzählstrukturen leisten kann…

…und das Wichtigste zum Schluss :-): in meiner Diss bin ich (immer noch) mit dem Thema Mehrsprachigkeit beschäftigt. Es handelt sich um ein sehr komplexes Thema, da in der Orchesterprobe ja Akteure mit den unterschiedlichsten sprachlichen Hintergründen zusammen kommen und vorne ein Dirigent/eine Dirigentin steht, der/die meist eben nicht dieselbe Muttersprache hat wie die (jedenfalls dominierende) Arbeitssprache des Orchesters, mit dem er/sie zusammenarbeitet. In dieser Hinsicht muss ich noch ein bisschen kopfen und noch genauer hinschauen, aber zumindest wird mir sicherlich nicht langweilig in nächster Zeit… 😉

mm

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